BCM 2018 Was geht ab?

Vergoldeter SAW-Geschäftsbericht: große Idee, kleiner Aufwand

14.06.2018 - 18:18 Uhr

Oliver Eidenbenz hat mit seiner Agentur Eidenbenz / Zürcher die grafische Gestaltung des Geschäftsberichtes für die Stiftung Alterswohnungen (SAW) übernommen. Das Konzept des für mich besten Geschäftsberichts, der beim BCM in der Kategorie der crossmedialen Umsetzungen nominiert ist, stammt von Isabel Baumberger. Da Oliver nicht nach Wien kommen konnte, habe ich ihm ein paar Fragen zu der schönen Arbeit geschickt, eben kamen seine Antworten.

Im Imageteil von Geschäftsberichten geht es in der Regel darum, zu erzählen, wie bravourös ein Unternehmen jenseits der Zahlen performt hat. Sie gehen einen anderen Weg. Können Sie in drei, vier Sätzen skizzieren, wie dieser Pfad angelegt ist?

Die Stiftung Alterswohnungen der Stadt Zürich hat durch ihren Auftrag, bezahlbare Alterswohnungen zu schaffen, im Alltag sehr viel mit reichen Leben und Geschichten zu tun. Natürlich geht es dabei auch um die quantitative Seite:Wie viele neue Wohnungen konnten geschaffen werden, wie viele Ressourcen wurde dafür gebraucht? Aber im Endeffekt ist der Fokus klar, es geht darum, für ältere Menschen ein adäquates Zuhause zu schaffen. Und dieser Fokus kommt in der gesamten Kommunikation zum tragen. Natürlich auch dann, wenn wir jedes Jahr mit dem Kunden gemeinsam den Jahresbericht konzipieren und gestalten dürfen.

Wer ist auf die Idee gekommen, alles an den alten 68-ern aufzuziehen?

Der Kunde ist natürlich viel näher an den Geschichten der MieterInnen. Das Thema, passend zum 50-jährigen Jubiläum der 68-er, war schon ziemlich früh klar. Inspiriert durch eine Geschichte in der SAW kam der Kunde mit der Idee und den einzelnen Erlebnis-Berichten zu uns und wir haben gemeinsam diesen Jahresbericht umgesetzt.

War es schwer, die Zielgruppenperspektive konsequent beizubehalten?

Wir haben das Glück, mit der SAW und der ehemaligen Kommunikationsverantwortlichen Isabel Baumberger einen Kunden zu haben, mit dem wir sehr nahe zusammenarbeiten können. Es geht dann eher darum, gemeinsam einen Weg zum besten Resultat zu finden. Zusätzlich kommt hinzu, dass wir bei der SAW aufgrund der Stiftungs-Aufgabe nur ein sehr begrenztes Marketingbudget zur Verfügung haben.Es ist dadurch jedesmal eine Herausforderung, das Beste daraus zu machen. Dies birgt natürlich die Notwendigkeit, mehr auf Ideen als auf großen Aufwand zu setzen.

Wie genau sah Ihre Rolle als produzierende Agentur aus?

Grundsätzlich bieten wir bei solchen Projekten ein Komplettpaket an. Je nach Kunde können natürlich auch einige Teilbereiche kundenseitig umgesetzt werden, wie z. B. Text oder Bildrecherche. Und für die Produktion von neuem Bildmaterial, sei es Fotografie oder Bewegtbild, holen wir vertraute SpezialistInnen dazu.

Sind die schönen (Video-)Portraits der 68-er nur im Geschäftsbericht zu sehen oder nutzt die SAW sie auch sonst in der Unternehmenskommunikation?

2018 feiern wir 50 Jahre 68-er. Das Medium Jahresbericht ist im Falle der SAW mehr als nur ein Bericht.Es ist ein sehr wichtiges Kommunikationsmittel. Einerseits werden aus Budget-Gründen keine Kampagnen gefahren. Andererseits ist der jährliche Einblick in den Alltag der SAW ein zentraler Moment der Kommunikation.

Beschreiben Sie doch bitte Ihre Agentur in zwei bis drei Sätzen.

Klassische Werbung, Webdesign und Branding sind unsere Hauptgebiete. Wir sind ein kleines Team mit unseren jeweiligen Kompetenzen in Grafik, Strategie, Konzept und Text. Unser oberstes Credo ist ganz einfach: Es braucht zuerst eine ausgefeilte Strategie und ein durchdachtes Konzept, damit Kreation und Design maximal wirken können.

Und: Werden Sie abräumen beim BCM? Wenn nicht Sie, wer dann in Ihrer Kategorie?

Es wäre natürlich schön, gegen die großen Budgets zu gewinnen. Schwierig zu sagen, aber hinter der diesjährigen Konkurrenz zu landen, wäre sicherlich keine Schande.

Sehr charmante Antwort. Vielen Dank, Oliver Eidenbenz. Ich werde für Sie jubeln, wenn’s passiert.

Nachtrag: Der Geschäftsbericht hat tatsächlich GOLD gewonnen. Ich gratuliere den Machern Isabel Baumberger und der Agentur Eidenbenz / Zürcher!