Die Zukunft des Affiliate Marketings: Beispiele für neue Strategien

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Gutes Marketing ist abwechslungsreich, überraschend und kundenorientiert – das gilt für alle Marketing Arten. Affiliate Marketing nicht ausgenommen. Diese altbewährte Disziplin gerät allerdings zunehmend in die Kritik, sogar vom Aussterben dieses Branchenzweigs ist immer wieder die Rede. Doch Totgesagte leben länger, weshalb wir das Affiliate Marketing (noch) nicht aufgeben, sondern Beispiele für sein zukünftiges Potential gesammelt haben.

Affiliate-Marketing für die eigene Marketingstrategie

Affiliate-Marketing für die eigene Marketingstrategie?

Affiliate Marketing für Einsteiger

Ursprünglich kommt das Affiliate Marketing aus den USA und beschreibt eine internetgestützte Vertriebsart durch Vertriebspartner. Im Grunde also ein klassisches Partnerprogramm, doch weil sich das nicht modern genug anhört, hat sich bei den Marketers die englische Variante eingebürgert. Diese Art des Vertriebsmarketings basiert auf Vermittlungsprovisionen. Der Deal dahinter ist recht einfach: Affiliate-Partner erstellen Content, durch den sie die User von ihrer Website zum Shop des Vertriebspartners weiterleiten. Der sogenannte Affiliate-Link enthält einen speziellen Code, der dem Shop-Owner anzeigt, über welchen Affiliate-Partner der Kunde gekommen ist. Die Provision erhält der Affiliate-Partner, wenn das vorher vereinbarte Marketingziel erreicht wurde. Einige Beispiele für Affiliate-Marketing-Modelle sind:

 

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  • Pay per Click (PPC): Die Provision wird pro erfolgtem Klick auf den Affiliate-Link gezahlt. Der Link kann hinter einem Werbemittel wie einer klassischen Anzeige, einem Banner oder im redaktionellen Content selbst hinterlegt sein. Eine IP-Sperre verhindert beispielsweise Mehrfachklicks eines einzelnen Users. Problem: Die Qualität der Klicks ist relativ gering, da keine weitere Aktion damit verbunden ist, wie beispielsweise der Kauf eines Produkts oder das Abonnieren eines Newsletters. Diese Marketing Maßnahme ist aber ein Beispiel für die Gewinnung von Reichweite.
  • Pay per Lead: Hier geht es darum, dass der Affiliate-Partner Leads generiert, die nicht unbedingt sofort etwas kaufen, sondern die den Kontakt mit dem Vertriebspartner aufnehmen, beispielsweise Infomaterial anfordern. Es handelt sich also um qualitativ hochwertigen Traffic, der auf die Seite des Vertreibers gelenkt wird. Nur wenn dem Call to Action Folge geleistet wird, bekommt der Affiliate-Partner die Provision.
  • Pay per SignUp: Eine Unterkategorie von Pay per Lead ist Pay per SignUp. Der vermittelte User muss sich auf der Seite des Vertreibers anmelden, erst dann wird der Affiliate-Partner vergütet.
  • Pay per Sale: Die Vergütung beim Pay per Sale-Modell erfolgt erst, wenn der Kunde Umsatz erzeugt hat. Ursprünglich wurde die Provision für einen einmaligen Kauf des neuen Kunden gezahlt. Viele Affiliate-Programme möchten die Partner aber enger binden (Die Konkurrenz ist zum Teil sehr hoch und so soll ein Abwandern verhindert werden.) und vergüten deshalb sämtliche Umsätze des geworbenen Kunden, beispielsweise innerhalb eines festgelegten Zeitraums oder sogar lebenslang.
  • Pay per Link: Eine der simpelsten Varianten des Affiliate Marketings, bei der allein das Einblenden des Links auf der Partner-Seite vergütet wird. Auch hier gibt es keinen weiteren Call to Action und die Qualität der Klicks ist gering. Sie erzielen aber Reichweite für den jeweiligen Anbieter.
  • Pay per View: Das Tracking ist bei diesem Modell auf die Häufigkeit der Klicks auf das Werbemittel fokussiert. Früher ein lukratives Geschäft durch die zahlreiche Pop-up-Werbung, heute eher ein zu vernachlässigendes Modell und ein Beispiel für Affiliate-Marketing-Maßnahmen, die definitiv veraltet sind.
  • Pay per Install: Ähnlich wie beim Pay per Sale soll der Kunde hier etwas erwerben. Allerdings handelt es sich dabei meist um kostenlose Demoversionen, die heruntergeladen werden. Der eigentliche Kauf erfolgt im Idealfall nach

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Gehört Affiliate Marketing zu einer modernen Marketingstrategie

Im Wandel: Beispiele für Veränderungen im Affiliate Marketing

Gerade durch die strengere ePrivacy-Verordnung, aber auch durch Intelligent Tracking Prevention, wie sie bereits im Safari-Browser genutzt wird, lassen sich Cookies im Third-Party-Umfeld nicht mehr tracken. Experten sagen voraus, dass das Blockieren von Trackern bald auch bei anderen Browsern Standard sein wird. Keine einfache Situation fürs Affiliate Marketing, das so ebenfalls zu Veränderungen und Modernisierungen gezwungen wird. Was früher ganz einfach war, muss heute neu gedacht werden. Aber: Das ist nicht der berühmte Todesstoß, sondern eine Chance für Weiterentwicklung. Technische Lösungen gibt es bereits, so nutzten laut OMR bereits im Januar 2019 „80 Prozent der Kunden auf der Awin-Plattform den Awin Mastertag, der First-Party-Cookies garantiert.“ Unternehmen müssen erkennen, dass das Sammeln von Verbraucherinformationen überdacht und datenschutzkonformes, modernes Tracking notwendig ist, nicht nur, wenn sie weiter Affiliate Marketing betreiben wollen, sondern für jegliches datenbasiertes Vertriebsmarketing.

Partnerprogramm für erfolgreiches Content Marketing

Ein weiteres Beispiel, warum Affiliate Marketing totgesagt wird, lässt sich an der massiven Kürzung von digitalen Werbebudgets wie beispielsweise bei Procter & Gamble festmachen. Das Unternehmen gehört zu den weltweit größten Advertisern, verlagert seine Marketingstrategie seit einigen Jahren aber weg von den früheren Partnerprogrammen. „Cut out the Middleman“ lautet das Motto, nicht nur des Branchen-Giganten sondern auch vieler Brands, die sich direkt an die Zielgruppe wenden möchten. Bis die Reichweite des Affiliate Marketings allerdings erreicht ist, braucht es sicher noch einige Zeit, weshalb die Affiliate-Programme immer noch wichtig sind. Sie haben, was den Content angeht, in der Vergangenheit ordentlich dazugelernt und bleiben so ebenfalls nah am Endkonsumenten, bedienen seinen User Intent und liefern spannende Inhalte, die weit über einfache Klick-Gewinnung hinausgehen.

Während die Schlacht um den günstigsten Preis und die niedrigsten Rabatte immer weiter tobt, können Unternehmen durch Affiliate Marketing andere Schwerpunkte setzen. Ein Beispiel: Aktionen wie der Black Friday brechen alle Rekorde und locken Kunden weltweit, aber nur für einen begrenzten Zeitraum. Durch Affiliate Marketing lassen sich hingegen langfristige Kundenbeziehungen aufbauen und das auf mehreren Websites, die gezielt User nach ihrem jeweiligen Intent vermitteln. Die User und potentiellen Neukunden entdecken das Unternehmen nicht nur aufgrund des enormen Rabattes, sondern binden sich wegen der guten Beratung, des Sortiments, der Qualität etc. langfristig.

Welcher Content für Affiliate Marketing

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Das macht Affiliate-Webseiten erfolgreich

Natürlich kann man Marketing irgendwie machen und hoffen, dass viele Videos, Rankings, interaktive Inhalte oder große Werbebudgets schon irgendwie fruchten werden. Als Marketingstrategie ist so ein Vorgehen aber mehr als ungeeignet. Es geht vor allem darum, die Zielgruppe zu kennen und zu wissen, was diese interessiert. Für erfolgreiches Affiliate Marketing ist zum Beispiel die Wahl des Themas die Grundlage für jede weitere Maßnahme. Gute Affiliate-Websites sind vor allem produktbezogen. Das bedeutet, dass kein hochtrabender Content erstellt wird, sondern Inhalte, die sich um Produkte drehen, die ein großes Suchvolumen, möglichst geringe Konkurrenz und großes Monetarisierungs-Potenzial haben. Der Content geht auf die Wünsche, Fragen und Absichten des Users ein und bietet Lösungen mit den passenden Produkten. Nicht trocken und verkopft, sondern mit Herz und Leidenschaft fürs Thema. Einfach Produkttexte aus dem Partnershop kopieren, bringt nichts. Der Content muss hochwertig und einzigartig sein, nicht nur vom Wording, sondern die gesamte Aufbereitung. Dazu gehören beispielsweise passende Bild- und Videoinhalte, die das Produkt vorstellen, testen und bewerten.

Das Marketing an sich sollte natürlich SEO beinhalten. Denn was bringt eine gute Seite mit interessanten Inhalten, wenn sie nicht gefunden wird? Onpage-Optimierung und ja, auch SEO-Keywords sind da unerlässlich. Gerade in etwas umkämpfteren Nischen kann solide und saubere Arbeit an der SEO-Basis den entscheidenden Unterschied machen. Aber, das wissen wir alle, Suchmaschinenoptimierung garantiert noch lange keinen hohen Traffic. Deshalb sind auch andere Traffic-Quellen wie soziale Netzwerke, Newsletter oder Werbeanzeigen wichtig, um die richtigen User, also die Zielgruppe, auf sich aufmerksam zu machen. Das gilt nicht nur für Brand-Seiten, sondern auch für Affiliate-Websites. Gutes Design, fehlerfreie Technik mit kurzen Ladezeiten und hoher Usability gefallen den Nutzern und Google. (Die meisten Seiten werden schließlich auch heute noch für den Marktführer optimiert.)

Wie verdient man Geld mit Affiliate Marketing

Bisher alles Basics für eine erfolgreiche Affiliate-Seite, aber wie verdient man denn nun Geld damit? Wichtig ist, dass Partnerseite und Vertriebsseite zueinander passen, das gilt für den Look, aber auch für Storytelling. Nur Marketing-Anfänger nutzen ein und dasselbe Affiliate-Banner auf unterschiedlichen Affiliate-Seiten. Profis nutzen die gesamte Palette der Werbemittel und arbeiten vor allem mit Textlinks, die aus dem Content in den Shop führen. Native-Advertising wenn man so will. Der wohl wichtigste Punkt ist aber Ehrlichkeit. Die Kunden wollen sich über ein Produkt informieren, das heißt, sie möchten Pro und Contra aufgezeigt bekommen. Keine QVC-Werbeblase, in der alles perfekt und natürlich unschlagbar günstig ist. Vertrauen die User einer Marke, binden sie sich auch an sie und kaufen. Neben Produktvorstellungen sind also Formate wie Produktvergleiche, Reviews, Preisvergleiche, Bestseller-Listen, Erfahrungsberichte und Hintergrundartikel hilfreich, um Vertrauen aufzubauen und das Interesse an der Brand zu wecken. Die Inhalte bleiben dicht am Interesse des Users.

Die richtige Strategie für Affiliate Marketing

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Affiliate Marketing Beispiele: YouTube, Facebook und klassische Themenseiten

Klassisches Affiliate Marketing greift auf Nischenseiten zurück, die sich mit einem bestimmten Produkt oder einer Produktkategorie beschäftigen. Die Hauptseite ist beispielsweise auf das übergeordnete Keyword „Funkkopfhörer“ optimiert. Die Unterseiten optimieren auf weitere verwandte Suchbegriffe wie „Kopfhörer Bluetooth“ oder „Wireless Kopfhörer kaufen“. Das klappt natürlich auch bei Longtails wie „Was kostet XYZ?“ oder „Was ist der beste Funkkopfhörer?“.

Aber auch beim Affiliate Marketing machen sich Influencer breit. In der Videobeschreibung lassen sich beliebig viele Affiliate-Links platzieren und bei einem breit aufgestellten Themenbereich können mehrere Videos zu einem Thema erstellt werden, die unterschiedliche Schwerpunkte setzen und damit die Suchanfragen und den User Intent abarbeiten. Vor allem Produkttests sind ein beliebtes Format.

beispiele für gelungenes Affiliate Marketing

Das dritte Beispiel für Affiliate Marketing sind Facebook Ads. Anders als Google erlaubt Facebook als platzierte Zielseite einen Affiliate-Link. Das Risiko für Betreiber von Affiliate-Seiten ist jedoch, dass sie für die Social Media Ads mehr ausgeben als sie mit der Provision einnehmen. Da der Erfolg durch die Ads nicht garantiert wird, sollte man sich also langsam herantasten.

Ein letztes Beispiel für Affiliate Marketing sind große Plattformen, die durch Gutscheine und Rabatte Kunden generieren. Die Entwicklung der letzten Jahre hat gezeigt, dass auch Konsolidierung der Affiliate-Branche neue Perspektiven eröffnen kann. Durch Fusionen großer Player wie GoCompare.com und MyVoucherCodes sowie Groupon und Cloud Saving zentrieren sich die einflussreichen Publisher zwar, bieten aber ein enormes Potenzial für attraktive Kooperationen, die die Zusammenarbeit innerhalb der Industrie unterstützen.

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60 Sekunden Zusammenfassung

Affiliate Marketing gerät aufgrund aktueller Entwicklungen wie DSGVO und ePrivacy-Verordnungen immer wieder in die Kritik. Es sei nicht mehr zeitgemäß und effektiv. Entwickelt sich diese klassische Marketingform aber anhand der neuen Anforderungen weiter, hat sie durchaus noch großes Potenzial. Wichtig dabei: Inhalte nah am Kunden und seinen Bedürfnissen. Und: Weg vom reinen Verkauf hin zu langfristigen Kundenbindungen durch vertrauenswürdigen Content.