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Sunshine on a cloudy day 12. September 2016

Heute ist Montag, da braucht es ein paar Durchhaltesachen. Und -worte.

Voilà mes amies.

Wahrheiten kann man sagen oder gleich in die Venen schicken. „Ich will Dich nicht verlieren“ ist womöglich zutiefst aufrichtig gemeint, jedoch sehr viel weniger definitiv als„ I wasn’t born to lose you“. Nun ist nicht jeder Bob Dylan, der das in den Song „I want you“ geschrieben hat. Kann halt nicht jeder so passend machen.

(Der Moment, wenn man vor sich hinlabernd nebeneinander über die Straße läuft oder im Auto sitzt.)

Wenn es jedoch jemandem gelingt, sollten wir atemlos innehalten, um uns in den Staub zu schmeißen. Ja, Schönheit ist tröstlich. Auch diesen Satz kann man sehr viel eleganter sagen, so wie die Temptations: „I got sunshine on a cloudy day“. Woher Sänger David Ruffin (rechts) den Sonnenschein bekommt? Von seinem Girl natürlich.

temp

Womit wir vom Style und den Lyrics schon sehr nah bei den Beginnern wären. Die hält das Lächeln der Girls dieser Welt am Start. „So schön“ ist definitiv the Frauen-Einschleimersong des Jahres aber das soll er ja auch sein. Die besungene Bandbreite von „Engel in KiK/Teufel in Prada“ könnte zu waberig sein, hätten sie nicht so tolle Worte gefunden. Außerdem wird ja doch noch klar gemacht, um wen es geht: „Alle, die blind vor Liebe sind und deshalb mit dem Herzen sehen“. Oder sprechen.

Beginner1

Advanced Chemistry ist in Vinyl 180 Gramm schwer und bis in die angespitzte Satinfliege durchgestylt. Da bekommt das notwendige Überflüssige ordentlich Auslauf.

Einen 110-seitigen Laufstall für die Mode hat die Süddeutsche im Magazin vom Freitag aufgebaut. Das ist wirklich schön geworden. Wenn auch das Dachthema „Tempo“, das die Exklusivität von Highfashion doch eher konterkariert, etwas klüger hätte diskutiert werden können. Rebellierend gegen die Trivialität der Schnelligkeit ließen sich die Dandys einst den Takt ihrer Schritte von Schildkröten vorgeben. Also nicht auf dem Dancefloor sondern beim Flanieren auf dem Boulevard. Das wäre doch mal ein Ansatz gewesen. Stattdessen illustriert die Moderedaktion in der schwächsten Strecke die Spur des Begehrens ein wenig dödelig mit gefärbtem Schneckenschleim. Wunderschön dafür das Interview mit Yohji Yamamoto und die Bilder von zwei Staatsballerinen, die erlesen gewählte Herbstkleider zum Schwingen bringen. Endlich vorbei die Zeiten, in denen es als besonders originell in der Modefotografie galt, die Klamotten nur ahnbar zu zeigen und in Nebel, Gebüsch oder sonstwas zu verstecken.

Und dann stand da heute morgen vor unserem neuen Büro noch ein sehr schönes Motorrad aus Zschopau.

Motorrad

Meinen Roller habe ich gleich daneben abgestellt. Er sagt zur MZ die Beginner-Worte: „Sorry, Baby, dass ich anders bin“. Auch das kann man anders sagen:

Ich rauche nicht/und hab’ trotzdem immer den vollsten Aschenbecher.

Die Sonne scheint.

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