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Schätze: Inio Asano 28. Mai 2014

Beitragsbild-Inio-Asano

Lehrer mit Nerdbrille, die Unsicherheit überkompensierend vor den Schülern herumhampeln, sind traurig. Inio Asano lässt gleich im ersten Kapitel seines Mangas „Gute Nacht, Punpun“ eine solche Ätzklatsche auftreten. Sie sieht aus wie der Zeichner selbst, dem man sofort abnimmt, gern von Kindern verachtet zu werden. Sein Manga rund um den schrägen Minimalismus-Piepmatz Punpun ist nichts für Lebensanfänger und Menschen mit Panik vor dem Tschilp Tschilp der großen Gefühle. Um die zu zeigen, wird hier ein Strich artistisch und fein an den anderen gesetzt. Und manchmal einfach nur ganz viel Platz gelassen.

Mangas, das waren für mich bisher immer die Comics mit kuhäugigen Babyfaces auf unrelevanten Körpern, die von Versicherungsangestellten in der Bahn gelesen werden, weil die sonst nichts zum Angeben haben. Nun, da ich mich beruflich etwas genauer mit dem Genre zu befassen hatte, entdeckte ich dessen Breite, Tiefe und insbesondere Inio Asano. Der bringt einen mit seinen Zeichnungen und Texten dazu, dass sich im Bauch alles zusammenzieht und man nicht mehr so leicht atmen kann.

Bilder belegen, dass der 33-Jährige gern mit Frisuren zu experimentieren scheint. Das Profil auf der Seite seines deutschen Verlags „Tokyopop“ legt nahe, dass Überschwänglichkeit nicht die Ursache dafür oder sein anderes Tun ist: „Für den Schulunterricht konnte sich Asano nie begeistern. Stattdessen zeichnete er lieber. (…) Doch der Erfolg stellte sich nicht ein. Fünf Jahre lang hielt er sich mit gelegentlichen Kurzgeschichten über Wasser und gab sich mit seinen Freunden der Trägheit hin. Gefördert wurde diese Lethargie noch doch seine ständige Angst, früh zu sterben.“ „Verschwende Deine Jugend“ hieß das zu meiner Zeit.

Heute hat Asano offensichtlich Fans. Wie mich, die dankbar ist, im Job solche Schätze bergen zu dürfen.

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