CP-BLOG

Klein aber geil 12. Mai 2016

Aufmacher_Claim

Seit gestern gibt es Territory. Der Zusammenschluss aus G+J Corporate Editors, Bertelsmanns Medienfabrik, dem Personalmarketing-Spezialisten Employour, der Agentur Crossmarketing sowie dem Empfehlungsmarketing-Spezialisten Trnd fordert dazu auf, Gebietsansprüche zu stellen. „Claim your Territory“ steht auf der neuen Homepage. Also ich bin da wohl weniger gemeint, weil den gleichen Acker bestellend und da soll zukünftig möglichst großflächig nur noch von „Europas größtem Anbieter für inhaltsgetriebene Kommunikation“ (Pressemitteilung) geerntet werden.

Vorgestern hielt diesen Titel noch C3.

Vor ein paar Tagen war ich im Hauptquartier des gestürzten Europameisters im Content Marketing zu Gast. Unser Branchenverband, das Content Marketing Forum (cmf), traf sich in Berlin zum Austausch. C3-Geschäftsführer Lukas Kircher hielt einen Vortrag über die frischesten und wichtigsten Trends im Content Marketing. Alle gezeigten Cases stammten aus dem eigenen Hause. Eindrucksvolle Grafiken und Videos belegten die Erfolge. Die Runde im Award gespickten Konferenzraum von „Creative Code and Content“ war tief beeindruckt. Der sehr geschätze Kollege Jan Hawerkamp von Tempus Corporate, immerhin der CP-Ableger der Zeit, meinte trocken: „Na, da brauche ich doch bei einem Pitch gar nicht mehr auftauchen, wenn die am Start sind. Ich wüsste gar nicht, wie ich solche Videos produzieren soll.“

Das war natürlich der Sinn der Übung.

Das Video, auf das sich der Kollege bezog, sollte den Kunden zeigen, wie unser medienverstärktes Leben so in zehn Jahren aussehen wird. Man sah einen Menschen zähneputzend vor seinem Badezimmerspiegel stehen. Er wischt mit der linken Hand die digitalen Tagesinformationen auf der Spiegelfläche hin und her. Überhaupt wird da viel durch Datenwolken gewatet. Ist das die Zukunft? Die Bilder und Visionen kamen mir seltsam gesehen vor. Und: Ich war enttäuscht. Wenn schon Fortschritt, warum dann nicht mit der ollen Zahnbürste anfangen, die der Protagonist immer noch im Mund hin- und herschieben muss? Warum gibt es nicht bald eine kleine Nano-Robo-Bürste, die ich in meinen Mund setze und die dort wie eine Mikroversion dieser Robostaubsauger die Arbeit für mich erledigt. Dann hätte ich die Hände frei und könnte schon mal Kaffee kochen gehen. Will sagen: Wie immer kommt es auf die Idee und die Details an. Wer hier nicht auf den Punkt ist, macht nicht den Unterschied. Sondern ist einer der Ewiggleichen. Und das ist wenig erquicklich in unserer zeitökonomisch so eng getakteten Welt. Niemand will auch nur eine Sekunde an austauschbaren Allerweltscontent verlieren.

Bildschirmfoto 2016-05-12 um 15.46.40 Die führenden Territory-Köpfe (von links): CEO Soheil Dastyari, Stefan Postler und Sandra Harzer-Kux. Tut mir leid, aber die Drei sehen aus wie Teleshopping-Moderatoren, die dem Teewagen entgegenblicken, der gleich mit Fusselbürsten, Kaugummi-Automaten und fancy Epilierern angerollt kommt. Hejjj, Territoristen, entspannt Euch mal!

 

 

 

Um neue Zeiten zu visualisieren habe ich übrigens gute Erfahrungen mit 3D-Kreide gemacht. Eines Abends kam ich von der Arbeit nach Hause und sah meine siebenjährige Tochter und meinen 70-jährigen Vater begeistert damit spielen. Beide waren hin und weg. Das ist die neue Zeit, in der wir selbst von einer Kreide Wunder erwarten dürfen. Diese Wirkung hat mit der Größe des Auslösers nichts zutun. Nur mit seiner Beschaffenheit. Das ist auch im Content Marketing so. Die Kleinen können im Zusammenschluss der Großen sehr wohl sehr gut den Unterschied machen.

Und weil das so ist, ende ich heute mit Zeilen aus einem meiner Lieblingssongs von Fanny van Dannen:

Und wenn mich die Jugend fragen würde: Was soll’n wir tun?
Würde ich antworten:

Baut kleine geile Firmen auf.

Ich habe das getan und freue mich darüber, dass unser erstes Magazin für den Big Player Saturn da ist.

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