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Katja Riemann: yeah, yeah, yeah! 24. Juni 2012


„Wo Leid ist, ist auch Likör“, sagte Katja Riemanns Vater zu ihr am Telefon, als sie ihm erzählte, dass ihr Mann sie verlassen hat. Erzählt hat das die Frau, die ich bisher immer zu odol, zu 50erblond, zu tillschweiger fand, in meiner absoluten Lieblingssendung: Tonspur – Der Soundtrack meines Lebens. Die Idee ist so einfach wie genial: Ein bekannter Mensch wird gebeten, in 8 Songs sein Leben zu erzählen und drei Musikexperten analysieren die Liste und raten, wer dahinter steckt. Der Zuschauer weiß es immer schon vorher und zwischen die Analyserunden sind Interviewpassagen mit dem Listenbastler geschoben. Die Experten schlagen dann am Ende ne Lösung vor, die fast immer falsch ist (ist ja auch schwer). Stets Big Fun das Ganze und ich gucke meine Lieblingsfolgen in der 3Sat-Mediathek wieder und wieder (zumindest wünsche ich, ich hätte die Zeit dazu).

Gestern war Katja Riemann dran und ich muss sagen, SIE HAT EINEN RICHTIG GUTEN MUSIKGESCHMACK. UND: Es macht happy, sie über Musik sprechen zu hören. Ihre Liste wäre nicht meine, aber ich kann sie voll unterschreiben. Hier ist sie:


Katja Riemanns Playlist 

1. Pink Floyd: Wish you where here

2. Crosby, Stills, Nash and Young: Helplessly Hoping

3. Randy Crawford: Street Life

4. Portishead: Roads

5. Chet Baker: Round Midnight

6. Tom Waits: Temptation

7. Gonzales: Dot

8. The Beatles: Happiness Is A Warm Gun

Chet Baker, Gonzales und die Beatles wären bei mir auch dabei, mit anderen Songs, aber immerhin. Hätte KR immer für ein Stones-Mädchen gehalten, wenn ich mal länger als 1 Sek. über sie nachgedacht hätte. So kann man sich irren. Meine Liste, das steht schon mal fest, würde mit Patti Smith beginnen müssen – Because the Night – denn Easter war die erste LP, die ich mir in meinem Leben gekauft habe. Da war ich 13 und die anderen in meiner Klasse haben Status Quo gehört. Mit so einem Mist habe ich mich gar nicht erst aufgehalten und auf dieses musikalische Checkertum bin ich heute noch stolz.

Das Top mit den Satinträgern, dass Patti auf dem Cover trägt, habe ich mir damals auch gekauft und auch verkehrtrum getragen – Ehrensache. Der Rockpalast-Auftritt mit ihr wurde 1979 im Wohnzimmer meiner Eltern weggeguckt, während die beiden in ihren Klappbetten, die tagsüber wie amtliche Schränke aussahen (und selbstverständlich bei Möbel Kraft gekauft waren), gepennt haben. Hatten eine kleine Wohnung.

Zum Schluss noch was Hübsches von der Katja. Auf die schwere Frage, was denn nun die Zeile „Happiness Is A Warm Gun“ für sie bedeuten würde, antwortete sie in der Tonspur-Folge: Glück ist eben nichts dauerhaftes. Es ist temporär. Es ist wie ein Schuss.

Und gaaaanz manchmal raucht es noch ein bisschen nach.

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