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Schätze 30. Januar 2015

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Ein Freund von mir ist der Meinung, dass man sich nur Bilder in die Haut stechen lässt, die man ohnehin schon in sich trägt. Wenn ich mir in der Sauna die großen Körper mit den kleinen Eidechsen, Schmetterlingen oder Tribals drauf anschaue, weiß ich nicht recht, ob ich das glauben möchte.

Ich selbst verziere meinen Körper gern mit schönen Strumpfhosen, das kommt in meinem Universum einer Tätowierung am nächsten. Denn auch mir passiert das, was kunstvoll tätowierten Menschen in der Badeanstalt wiederfährt: Man guckt mir beim Sprechen nicht mehr in die Augen sondern auf die bemusterten Körperteile. Die Dame oben hat jedenfalls ein Problem. Eine gewieft gewirkte Strumpfhose würde ihr Tattoo konterkarieren. Ihr Innenleben scheint dafür sehr beschwingt zu sein.

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Hoda Tawakol ist eine Künstlerin, die Bilder aus Strumpfhosen macht. Wer mich kennt, weiß, dass mich das nicht kalt lassen kann. Hoda ist in Ägypten geboren und die Verschleierung der Frau ein Thema für sie. Tights gehören definitiv in die Range jener Kleidungsstücke, die den Körper eher ausstellen denn ihn verhüllen. Kein Wunder, dass das transparente Gewebe sie beschäftigt. Sie spannt die Fasern, ritzt hinein, schafft vorder- und hintergründige Bilder.

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Aus den dekorativen Ritzungen baumeln Fäden, die wie Flüsse wirken und die Wunden irgendwie kartografieren.

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Die Bilder sind groß, der Boden spiegelt sich in ihnen und es ist verwirrend, sie anzufassen. Es gibt auch Stehlen von Hoda aus Perlon, Harz und Ballons. Organisch, uncool und sehr schön. So ähnlich wie mein Fellrock und meine aktuellen Lieblingstights:

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Yes, indeed, it’s far from Bauhaus. Aber das ist mir egal.

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