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Soul Steine Scherben 18. Juni 2016

Award2

Von links nach rechts: Marie Voss (Otto), Sarah-Mae Palmer (Otto), Claudia Lüersen (Companions), Finny Nguyen (Companions), Thuy Ha (Companions), Kerstin Pape (Otto) und knieend: Dörte Lehne (Otto)

Am Donnerstag wurden in der Markthalle in Hamburg die Gratest Hits unserer Branche, die momentan Content Marketing heißt, ausgezeichnet. Der abendlichen Best of Content Marketing (bcm) Award-Sause ging ein nachmittäglicher Kongress voran. Sein Motto gab Kirk Cheyfitz, Chief Storyteller (meine neue Lieblingsberufsbezeichnung) von Worldwide aus New York, in seiner Keynote vor: Klassische Werbung ist tot, es lebe Content Marketing. Der Beweis für diese These sei die intensive Nutzung von Adblockern (ABP hat über 300 Mio. Downloads), wusste der lässige Geschichtenerzähler aus NY zu berichten.

Nun ja.

Haben wir nicht immer schon Adblocker benutzt, um uns nervige Werbung vom Leib zu halten? Offline waren unsere Wegguck-Strategien halt nur nicht so gut messbar. Wir brauchen die Fähigkeit, Anzeigen in Zeitschriften zu überblättern, nicht erst downloaden. Existiert hat diese innere Fire-Wall immer, denn es gab immer schon viel schlechte Werbung. Und gute eben auch. Und wahr ist auch: Ganz viel von dem, was sich Content Marketing nennt, ist ebenfalls grottenschlecht und braucht nur deshalb nicht weggeblockt zu werden, weil sich erst kaum jemand in die niederen Gefilde des schöngeredeten (N)Evergreen-Contents verirrt.

Award

In Beton geritzt: b c m für Best of Content Marketing, den wir in der Kategorie „Digital Media – Microsite/Website B2C Handel/Konsumgüter“ erhielten. Ja, es waren unübersichtliche 58 Preiskategorien und ja, die Verleihung wurde durchgeheizt, damit alle das Spiel sehen konnten

Extrem erfolgreich sind heute Content Marketing Formate wie der auf dem Kongress präsentierte „Audi Star Talk“, der auf Sky ausgestrahlt wird. Der Unterschied zwischen redaktioneller Berichterstattung, wie sie zumindest auf Sky und vielerorts im Sport üblich ist, und Berichterstattung mit Firmenabsender ist hier kaum mehr auszumachen. Kritiklos wird in diesem Format der Star-Status der Protagonisten fundiert. Das Mittel: Emotionalisierung. Die Stars der ersten Fußball-Liga haben hier Flanke zu zeigen, echte Gefühle, denn darum geht es ja im Sport. Und die Stars machen gerne mit, plaudern manchmal sogar exklusiv aus dem Nähkästchen. Was dazu führt, dass seriöse Nachrichtenformate anderer Sender nicht umhin kommen, sich auf den „Audi Star Talk“ als Quelle zu beziehen. Mehr sportliche Aufladung geht nicht für Audi. Auch wenn einem die werbliche Durchdringung dieser Art Berichterstattung suspekt sein mag, sie findet ihr Publikum und funktioniert für alle Beteiligten hervorragend.

Eine Triple Win Situation für Marke, Sender und Zuschauer.

haha

Will sagen: Content Marketing ist ein weites Feld und „it is just beginning“ wie Kirk Cheyfitz euphorisch lächelnd in den Raum warf. In der Tat. Wir haben unseren GOLD-Award am Abend, er wurde übrigens neu im Beton-Backsteinformat verliehen, für Soulfully eingesteckt, ein Size Diversity-Blog, das wir für Otto redaktionell steuern. Stars sind hier Frauen, die eben gerade nicht den normativen Idealen „Schöner, schneller, schlanker“ entsprechen. Etwas ganz anderes also, auf den ersten Blick. Doch auch bei Soulfully geht es um die Emotionalisierung einer Marke.

Okay, nun sind der Soul und die Steine in der Headline dieses Posts geklärt. Die Scherben gibt es für jene Band, die am 13.2.1982 in der Markthalle aufgetreten ist. Was man sich noch heute in einer Rockpalast-Doku auf YouTube angucken kann. Das eine Story aus einer Zeit, in der ein Phone smart war, wenn es Tasten statt Wählscheibe hatte.

 

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