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3 Millimeter bis Milano 2. Januar 2015

Aufmacher_theo

Mit einer Weltkarte im Taschenkalender durch Europa, im Fiat 500 einen 40 Tonner angreifen, ständig müd, ausgehungert und ein Pflaster auf der Stirn: In genau diesem Modus sagte ich „Tschühüüss“ zu 2014 und „Ähhhallo“ zu 2015. Übergang quasi nahtlos, um mal im Wolf Haas-Jargon um die Ecke zu biegen. Alles lag daran, dass wir im Dezember noch einen großen Etat gewannen, vor einer monsterhippen Chichiagency aus Börlin und zwei Großverlagen. Natürlich Big Fun, da gibt es kein Vertun. Am Pitch, den wir bis in 120 Stunden abgeschlossen haben müssen, konnten wir deshalb erst mit Verschiebung arbeiten. So geht es manchmal und wo andere mit fünf Urlaubstagen zwei Wochen auf den Putz hauen ist unsereiner am durchmalochen und Essensreste im Halstuch, bzw. im Blinky von Hermès sammeln.

Aber interessant (für Brennerova war noch Zeit nachts).

Unsere Kinder dann gestern zur knallharten Bildungsschulung vor die Glotze zitiert. Dem Bibi und Tina-Wahnsinn heutiger Tage muss ja nun wirklich mal was Bodenständiges entgegengesetzt werden. Und was könnte da besser geeignet sein als Theo gegen den Rest der Welt? Den sah ich mit 12 und war schwer beeindruckt. Bin immer noch so ein Zappelphilipp wie Theo, meine Kinder auch. „Ein alter Film, Mama?“, fragte mein Sohn, als würde es sich um einen Fritz Lang-Klassiker handeln. Egal, hielt Stand im Clan und das ist doch schon einmal was.

Warum ich darauf komme.

Bei Theo ist nichts unerreichbar, alles höchstens 12 Millimeter entfernt, weil:

Bezugsgröße eben Taschenkalender.

Ankommen tut er trotzdem nie, stehen bleiben aber auch nicht. Und egal, was für einen Scheiß er auch baut, seine Freunde sind bereit, ihm stets wenn nötig den Finger zu amputieren. Finde, das sind doch große Wahrheiten und Top-Messages für 2015, jetzt, wo Lobo & Konsorten ganz im Stile ihres intellektuellen Übervaters Frank Schirrmacher den Niedergang des Wir-Gefühls gniedelnd konstatieren, gähn. Klar ist es unschön, wenn Gemeinschaft auf mangelnder Scharfsicht und Differenzierungsbereitschaft fußt. Aber dann ist es eben auch keine. Und wer einmal einen Marathon lief, weiß, dass ehrenamtliches Blutwunden abbinden, Rotz wegwischen und Banane reichen ganz frag-, kalkül- und grenzenlos funktionieren kann.

Weiß jetzt auch wieder, warum ich Wasserfälle so mag:

Artikelbild_Theo

Auf ewiges Spackotum, 2015 erst Recht.

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